Am Samstag liess ich mich um 7 Uhr wecken, packte alle Kisten ins Auto und kam dann um 8.45 Uhr los. In Freiburg und Offenburg sammelte ich Mitfahrer ein, die mir die Fahrt bis Hannover bzw. Hamburg auch etwas verbilligen sollten. Erstaunlicherweise war gar nicht so viel auf den Strassen los, wie man sonst im Weihnachtsverkehr erwarten könnte, jedenfalls nicht in Richtung Norden. Einen längeren Stau zwischen Giessen und Bad Hersfeld konnten wir über Marburg und die B3 gut umfahren. Ich blieb auch die gesamte Strecke über erstaunlich wach. Nachdem ich den letzten Mitfahrer etwas nördlich von Hamburg abgeliefert hatte, bin ich noch bis Flensburg weitergefahren. Nahe der Ausfahrt Flensburg-Harrislee war ein ruhiger Autohof, auf dem ich tankte und übernachtete. In puncto "Wachsein" hätte ich wohl fast noch bis DX183 weiterfahren können. Dank Standheizung war die Nacht in der oberen Etage meines VW-Busses sogar recht angenehm und ich schlief bis gegen 10 Uhr morgens.
Nach meiner Ankunft und dem Ausladen der vielen Kisten nutzten Wilhelm und ich das schöne Wetter, um zwei Antennendrähte zu reparieren. Bei einem war nur ein Pfeiler morsch geworden, der andere war an zwei Stellen gerissen, möglicherweise durch Wildwechsel. Gegen 16 Uhr wurde es dann auch schon (oder besser: erst, denn es war ein wolkenloser Tag) dunkel.
Fast der ganze Abend war dem Aufbau der diversen Geräte gewidmet. Ein klein wenig habe ich am späteren Abend auch schon reingehört.
Gegen 11 Uhr fuhr ich nach Fjerritslev für ein paar Einkäufe und um das Internetcafé aufzusuchen (die Stadtbücherei ist über die Feiertage geschlossen). Leider war es im Internetcafé technisch nicht möglich, mein Notebook direkt ans Kabel anzuschliessen, also musste ich Windows booten und per WLAN ans Netz gehen (ich habe den WLAN-Adapter des HP-Notebooks noch nicht unter Linux zum Laufen gebracht) und unter Windows läuft der Akku leider nicht so lange wie unter Linux, so dass ich nur einen Teil meiner Vorhaben erledigen konnte.
Nach meiner Rückkehr waren ein paar Bastelarbeiten dran. Wilhelm hat einen Antennenverteiler für maximal zehn Antennen (auf jeweils vier Empfänger) reaktiviert, jedoch fehlten zwei Verstärker. Einen konnte Wilhelm noch finden und wir bauten ihn in den Verteiler ein. Irgendwie war jedoch just auf diesem Port kein vernünftiges Signal zu hören, alles war schrecklich übersteuert und verrauscht. Der Verstärker an sich war jedoch in Ordnung, wie ein Durchmessen mit meinem Netzwerktester ergab. Nach längerem Suchen fand Wilhelm den Fehler: Das Koaxkabel der Zuführung zum Verstärker war defekt. Nach dessen Austausch lief alles problemlos, so dass nun neun Antennen auf bis zu vier Geräte verteilt werden können. Wie sich später zeigte, bringen jedoch manche der verteilten (und verstärkten) Antennen Mischprodukte (MW-Sender im Langwellen-Bakenband), selbst am Perseus. Vielleicht haben die Verstärker (mit einem BFR96 und wenigen weiteren Bauteilen aufgebaut) zu viel Verstärkung? Mit dem Netzwerktester konnte ich 58 dB messen, aber ich bin mir nicht sicher, ob diese Messung korrekt ist. Immerhin benutze ich den Netzwerktester erst seit ganz kurzer Zeit (ich habe ihn vor zwei Wochen nach einem Bausatz des Funkamateur aufgebaut) und habe noch nicht viel Erfahrung damit.
Gegen Abend habe ich versucht, die Mittelwellen-Daten der EiBi-Liste für den Perseus zu ergänzen. Hierzu habe ich bereits vor meiner Abreise in MWSCAN einen Scan für Fjerritslev mit allen in der von Peer-Axel Kroeske aufgebauten Datenbank enthaltenen MW-Sendern bis 8000 km Entfernung erstellen lassen und diese Tabelle lokal als HTML abgespeichert. Nach Analyse des genauen Aufbaus dieser Tabelle und der EiBi-Liste konnte ich die MWSCAN-Daten mit einem kleinen PHP-Programm ins EiBi-Format umwandeln und schliesslich mit dem EiBi-File vereinen. Der Haken bei der Sache ist jedoch, dass das Anzeigefeld des Perseus nur ungefähr sechs Sender anzeigt und sich leider auch nicht scrollen lässt. Merkwürdigerweise werden aus den Daten zu einer Frequenz immer die untersten angezeigt, also von unten nach oben. Das sind für mich natürlich die uninteressantesten, weil am weitesten entfernten Sender. Das muss also noch optimiert werden. Vielleicht editiere ich den MW-Bereich der jetzt herausgekommenen Datei im EiBi-Format mal von Hand?
Am späteren Abend waren wieder durchschnittliche Bedingungen auf MW in Richtung Nordamerika. Ich hörte dann ein wenig auf dem Tropenband, wo doch einige Brasilianer in guter Qualität kamen. Auch zwei Stationen aus Peru waren wohl aufnehmbar. So entschloss ich mich, die 250-Grad-Antenne permanent zu schalten und mit dem Perseus eine Langzeitaufnahme des ganzen Tropenbands zu starten. Zuvor machte ich gut 100 GB auf meiner externen Festplatte frei, indem ich darauf lagernde Dateien auf eine weitere Festplatte überspielte. Vor meiner Abreise hatte ich mir noch schnell zwei externe 500 GB-Platten besorgt, die incl. Gehäuse gerade für 150 Franken (rund 90 Euro) bei meinem lokalen Computerhändler im Angebot waren. Allerdings haben die nur einen USB 2.0-Anschluss und lassen sich wegen einer Garantie-Versiegelung auch nicht ausbauen. Meine bisherige externe Festplatte hat auch einen Firewire-Anschluss (ebenso wie mein Notebook), so dass ich Aufnahmen vom Perseus sicherheitshalber erstmal lieber darauf mache, um den USB-Bus des Notebooks nicht so sehr zu belasten. Vielleicht ginge es auch mit einer externen USB-Platte, aber das habe ich noch nicht ausprobiert.
Heute habe ich auch endlich begonnen, das Tagebuch zu schreiben und später werde ich diesen ersten Teil im Internetcafé (das heute um 13 Uhr öffnet) hochladen.
Wilhelm hatte am Morgen festgestellt, dass die 290-Grad-Antenne nur schwache Signale lieferte. Trotz Regens entschloss er sich zu einem Kontrollgang. An der Antenne war jedoch nichts zu finden, es gab keinen Unterbruch. Jedoch merkte Wilhelm, dass bei der 250-Grad-Antenne an der Stelle, an der sie (im Winter) von 80m auf 250m verlängert wird, die beiden Bananenstecker auseinander gerissen waren. Somit habe ich alle Empfänge am Perseus bis zu diesem Moment mit nur 80m Draht (noch dazu ungeerdet) gehört. Da sieht man, dass an einem guten QTH auch ohne riesige Antennen noch viel machbar ist.
Digitaler Phaser geht!
Nach der Rückkehr vom Internetcafé machte ich erneut einige Versuche mit Splat-Away, dem Splatter-Killer und digitalen Phaser, der von Jürgen Bartels entwickelt wurde. Bisher ist
das Ding bei mir nicht gelaufen. Nach einer Mail von Jürgen war die Sache klarer: Ich hatte an einer Stelle in Spectrum Lab den falschen Pfad zum Plugin angegeben. Nun lief es auf
Anhieb!
Splat-Away wurde ursprünglich entwickelt, um nerviges Splatter-QRM von benachbarten (europäischen) MW-Sendern beim Transatlantik-DX digital zu entfernen. Inzwischen ist daraus ein regelrechter digitaler Phaser geworden, der auch Stationen auf gleicher Frequenz entfernen kann, genauer gesagt: ihre Modulation. Das funktioniert aber nur mit AM-Sendern, denn im Computer werden beide Seitenbänder gegeneinander weggerechnet, in der Hoffnung, dass das erwünschte Nutzsignal dann hörbar wird (und nicht auch noch weggerechnet wird). Wie bei klassischen HF-Phasern funktioniert das manchmal ausgezeichnet, manchmal mässig und manchmal gar nicht. Und ebenso soll es bei Bodenwellen-Signalen besser als bei Raumwellen-Signalen funktionieren.
Zum digitalen Phasen braucht man einen software-definierten Empfänger, bei dem die Demodulation im PC stattfindet (z.B. Winradio, Perseus, SDR-IQ u.ä.). Man braucht jedoch keine zweite Antenne. Ausserdem wird die Freeware SpectrumLab (von DL4YHF, siehe http://freenet-homepage.de/dl4yhf/spectra1.html, wirklich ein geniales Programm) benötigt, desweiteren eine Software, die den digitalen ZF-Ausgang des Empfängers an eine beliebige andere Anwendung weiterleitet, wie die "Virtual Soundcard VSC" von Winradio oder das "Virtual Audio Cable" für den Perseus. Anschliessend braucht man natürlich auch "Splat-Away" von Jürgen Bartels. Dieses Plugin ist noch nagelneu und voll in der Entwicklung. Die erste öffentliche Version (die nur zum ausblenden von Splatter-Signalen verwendbar ist) ist frei von Jürgens Homepage (http://dx.3sdesign.de) downloadbar. Dort stehen auch weitere Infos (in englischer Sprache) zur Theorie und zum Einsatz dieses Tools. Die neueste Version ist zwar auch gratis, aber nicht mehr frei downloadbar. Jürgen bittet um eine kleine Gegenleistung für seine Arbeit in Form von Links auf diverse seiner Seiten, die man auf der eigenen Homepage anlegen sollte. Danach schickt er das Plugin per E-Mail zu.
Nachdem die Software nun also lief, machte ich ein paar Tests mit dem Winradio G305e (genau diesen Empfänger setzt Jürgen bei seiner Entwicklung auch ein). Ich stellte auf 1269 den
Deutschlandfunk aus Neumünster ein. Nach einigem Herumspielen an den drei Schiebereglern war die Modulation ziemlich platt. Das folgende Audiofile demonstriert ganz gut die
Unterschiede: DLF-1269.mp3 (297 kB, 0'37"). Allerdings war nichts unter dem Signal aufzunehmen. Also habe ich eine andere Frequenz gesucht. Unter dem Signal von Radio
Moskau auf 1323 waren Balkanklänge zu hören. Mit Splat-Away und der richtigen Einstellung war die Modulation von Moskau so leise, dass der bulgarische Rundfunk wesentlich
deutlicher hörbar wurde. Hörbeispiel: BUL-1323.mp3 (346 kB, 0'43"). Man sieht gegen Schluss der letzteren Datei auch sehr schön, dass auch Musik (unter
der man sehr viel schlechter etwas anderes erkennen kann wie unter Sprache) sehr gut ausgeblendet werden kann.
Wilhelm nahm die sichtliche Herausforderung an und schaltete seinen Lowe ebenfalls auf 1323 kHz und blendete mit dem SEM QRM-Eliminator Radio Moskau ebenfalls aus.
Auf die klassische Weise mit einem HF-Phaser gelang dies mindestens ebenso gut wie auf neue digitale Art.
So sieht übrigens das User Interface mit den Schiebereglern aus, die die Bedienung von Spectrum Lab (bzw. dem Splat-Away-Plugin) vereinfachen:

Man könnte die Werte natürlich auch per Tastatur ins entsprechende Dialogfeld von Spectrum Lab eingeben, von dem aus das Plugin gesteuert wird:

Nun war natürlich die Frage, ob und wie das digitale Phasen mit meinem neuen Empfänger, dem Perseus, funktioniert? Um es kurz zu machen: An diesem Abend habe ich zwar einiges mit den Einstellungen in Splat-Away bzw. SpectrumLab herumgespielt, aber das Ausnotchen hat noch nicht geklappt. Dazu werde ich wohl noch ein wenig mit dem Entwickler korrespondieren müssen. Irgendwie wird es sicher gehen. Immerhin läuft Splat-Away ja auch mit anderen Empfängern als dem Winradio, wie nordamerikanische DXer mit dem SDR-IQ gezeigt haben.
Bei dieser Gelegenheit habe ich auch nochmal in die Tropenband-Aufzeichnungen der Nacht und des Morgens hinein gehört. Morgens nach 0815 UTC klang Radio Rebelde mit breit
aufzogenen Filtern (ca. 10 kHz) im Perseus in Synchron-AM z.B. so: rebelde-breit.mp3 (623 kB, 1'18"). Das hört sich fast an wie eine Aufnahme eines
Sporadic-E-Überreichweitenempfangs auf UKW (bei dem es ja auch häufig Fading-Einbrüche und leichte Kratzer gibt).
Mit dem 9,5 kHz-Filter im AOR 7030 wäre das vielleicht (??) so ähnlich
hinzukriegen. Aber den AOR habe ich diesmal zuhause gelassen und als einzigen konventionellen Empfänger nur den Icom IC-7400 mitgenommen (als Reserve, für den Fall, dass beide
Computer, das Laptop und mein Desktop beide crashen sollten). Ausserdem kann ich beim Perseus in AM oder synchron-AM das Filter auch nur zu einem (dem weniger gestörten) Seitenband
hin aufziehen, was letztlich aber (jedenfalls für meine Ohren) den gleichen Klang ergibt wie wenn es auf beide Seiten breit (oder schmal) gemacht wird. Hier ein Screenshot:

Noch etwas habe ich beim Anhören der Dateien feststellen können: Im laufenden Empfangsbetrieb lässt sich der Button für AGC-off nicht betäätigen, beim Abspielen von Dateien jedoch schon. Interessant.
Insgesamt war heute ein sehr spannender Tag, reich an neuen Erkenntnissen und Erfahrungen. So soll es sein.
Morgens (während ich in die Mitschnitte reinhörte) hat Wilhelm auf MW gehört, wobei ihm kurzzeitig auch Stationen aus Vancouver ins Netz gingen. Das waren leider nur sehr kurze Empfänge, denn bis ich mit dem Perseus das Nachhören stoppte und auf die Frequenz kam, war das Signal schon wieder so gut wie weg.
Am Vormittag habe ich noch ein paar Koaxkabel gelötet, um meine anderen Empfänger mit einigen Antennen der Verteilerbox verbinden zu können. So hängt der Perseus nun am Hauptschalter, wo alle Antennen verfügbar sind und die anderen Geräte (Winradio und Icom) haben maximal sechs (aufgrund meines Umschalters) von neun Antennen zur Verfügung, die aus der Verteilerbox (mit Verstärker) kommen. So werde ich dann auch Gerätevergleiche machen können.
Einen weiteren Vergleich habe ich zwischen verschiedenen Antennen geplant. Da es heute ab dem späten Vormittag schönen Sonnenschein hatte, habe ich ca. 25 Meter vom Haus entfernt
meine K9AY aufgebaut. Ich bin gespannt darauf, wie sie gegenüber den Beverages empfängt. Wilhelm berichtete mir von früheren Versuchen anderer OMs mit K9AY, die alle nichts
brachten. Mal schauen. Ich erwarte nicht, dass meine nun supergut funktioniert, aber den Vergleich möchte ich selbst einfach mal ausprobieren. Etwas aufzubauen und zu testen macht
mir eben fast noch mehr Spass als nur an fest installierten Antennen zu hören. Zum Ausprobieren der K9AY kam ich an diesem Tag jedoch noch nicht.
K9AY nach dem Aufbau (der blaue Draht gehört zu Wilhelms 290°-Beverage)
Nach meiner Rückkehr vom Internetcafé (wo das Surfen mit einem selbst mitgebrachten Laptop per WLAN übrigens gratis ist - man sollte freundlicherweise im Café aber auch etwas trinken...) kam Wilhelm aus Aalborg zurück, wo er Kai Uwe Scherliess vom Zug abgeholt hatte. Mit Kai Uwe (den ich bisher noch nicht kannte) habe ich mich zunächst mal ausführlich unterhalten und später haben wir uns gemeinsam ans Tropenband-DXen gemacht. Interessant: Tschad auf 4905 kHz ist wieder aktiv, noch dazu mit sehr gutem Signal. Aus Lateinamerika waren so manche Stationen aufnehmbar. Wir verglichen nebenbei auch ein bisschen unsere Empfänger, wobei sich Kai Uwes mitgebrachter Lowe HF-225 Europa gar nicht so schlecht machte. In einigen Zweifelsfällen war jedoch der Perseus klar überlegen. Ein Beispiel: Radio Santa Cruz aus Bolivien auf 6134,8 kHz kam gegen 0100 UTC noch etwas durch Nachbarsignale (und einen Sender auf 6135,0 kHz) gestört herein. Mit dem Lowe in AM schwer aufnehmbar, in SSB schwer abstimmbar. Ähnliche Situation am Icom IC-7400. Zudem gab es auf dem Icom (und auch auf dem Winradio!) bei Abstimmung in LSB doch recht starken Splatter der Nachbarfrequenz 6130 kHz. Der Perseus war hier ganz klarer Sieger. Durch geschicktes Setzen der Filterflanken (man sieht ja alles sehr schön) war ein sehr schönes Signal aus Bolivien zu hören. Die Absage zum Sendeschluss gegen 0107 UTC habe ich dann auch aufgenommen (mit 125 kHz Bandbreite).
Gemeinsam DXen macht auch ganz schön Spass. Kai Uwe und ich haben uns die Bälle (sprich: Stationen) immer wieder gegenseitig zugespielt.
In einem Fall dachten wir sogar mal kurz, der Lowe würde in puncto Verständlichkeit den Perseus schlagen, nämlich beim Empfang von Emisora Pio XII. aus Bolivien auf 5952,4 kHz (eingeklemmt zwischen zwei ähnlich starken Stationen auf 5950 und 5955 kHz). Aber hier lag die schlechtere Verständlichkeit beim Perseus nur daran, dass ich die AGC auf "Fast" gestellt hatte. Mit langsamer AGC war die Verständlichkeit der Ansprache eines Mannes deutlich besser und dem Lowe mindestens ebenbürtig.
Huch! Auf 5775 kHz kommt die Deutsche Welle, also exakt 300 kHz unter der 6075. Wie kommt dieses Mischprodukt denn zustande? Sicher nicht in den Verstärkern des Verteilers, denn das Mischprodukt ist auf allen Antennen (in unterschiedlicher Stärke) zu hören.
Am frühen Nachmittag testete ich endlich ein wenig mit der K9AY. Die Richtwirkung funktioniert recht gut, was man besonders mit dem Perseus sehr schön sehen kann, wie ein Signal
bis zu 30 dB nach unten "geknüppelt" werden kann. In einem kurzen direkten Vergleich zu den Beverages ist die K9AY natürlich etwas unterlegen, aber oft nur minimal. Das ergaben
zumindest ein paar erste Tests. Irgendwann will ich auch noch meine Mini-Whip in etwas Entfernung zum Haus aufbauen, um zu sehen, um wieviel (oder wie wenig) schlechter diese
(natürlich rundum ohne Richtwirkung empfangende) Aktivantenne im Gegensatz zu K9AY und Beverages ist.
Am späteren Abend kamen auf den Tropenbändern und dem 49m-Band einige Stationen aus Peru, Bolivien etc. herein, zum Teil in wirklich annehmbarer Qualität. (Fade-in)
Zum Beispiel:
(Hörbeispiele folgen noch zu einem späteren Zeitpunkt an dieser Stelle.)
So langsam mutiere ich noch zum (fast) reinen Tropenband-DXer, hi. Naja, ich interessiere mich eigentlich für fast alles was man hören kann, vielleicht abgesehen von Piratensendern und deutschsprachigen Auslandsdiensten. Mal steht die MW im Vordergrund, ein andermal die Tropenbänder oder Utility oder speziell Baken oder UKW-DX oder TV-DX, etc.......
Am Abend habe ich endlich auch mal ein bisschen gearbeitet (wenn schon keine so dollen Bedingungen sind). Ich habe (neben Unterrichtsvorbereitung) in diesen Ferien auch noch Korrekturen von Klassenarbeiten zu erledigen, denn direkt in der ersten Schulwoche ist schon die Notenkonferenz für dieses Semester. Wenn ich alles bis zu meiner Rückkehr aufschöbe, wäre das nächste Wochenende sehr stressig und der Urlaub auch, denn dann hätte ich ständig ein schlechtes Gewissen und könnte das DX hier gar nicht wirklich geniessen.
An diesem Abend waren zwar auch die üblichen Verdächtigen von jenseits der Anden im Tropenband zu hören, aber mit einem stark störenden Hintergrundprasseln. Das macht so keinen Spass, so dass ich nur eine kurze Aufnahme gemacht und die Zeit genutzt habe, endlich einmal etwas früher ins Bett zu kommen (1 Uhr MEZ). Vielleicht sind morgen früh ja etwas bessere Empfangsbedingungen?
Wie sich später herausstellte, stammen die Störungen weniger aus Vorgängen in der oberen, sondern eher in der ganz tiefen Atmosphäre. Wilhelm erzählte, dass bei sehr feuchtem Wetter (wie wir es momentan mit dem beinahe Dauerregen haben oder wenn es manchmal Nebel hat) Stromleitungen in ungefähr zwei Kilometer Entfernung ein leichtes Prasseln verursachen. Eben genau das Prasseln, das uns jetzt den Genuss von länger dauerndem Empfang ein wenig verunschönert...
Nach meiner Rückkehr habe ich kurz die K9AY inspiziert. Dass der Mast noch stand, konnte ich auch vom Haus aus durch die (kahlen) Bäume hindurch sehen. Aber erst bei näherem Hinsehen wurde klar, weshalb sie irgendwie keine so richtige Richtwirkung mehr hatte: Der Draht der Nord-Süd-Schleife war bei dem starken Wind gebrochen, und zwar genau an der Mastspitze, wo der Draht in einer engen Schlaufe um den Mast läuft. Leider habe ich seinerzeit, als ich kurzerhand mal wieder zwei Drähte für die K9AY herrichtete, für einen davon nur einen festen Draht (keine Litze) passender Länge gefunden. Das hat sich jetzt gerächt, denn natürlich bricht solch ein Volldraht viel leichter als eine Litze. Demnächst werde ich zuhause nach einem ähnlich langen Litzendraht suchen, um die K9AY nächstes Mal robuster aufbauen zu können.
Nach der erfolgreichen Reparatur der K9AY (wobei mir Kai Uwe half), stellten wir noch die Mini-Whip auf. Ich fuhr mit dem Hinterreifen des Autos über meinen Mastfuss und stellte dort die 8m lange Angelrute hinein. Oben in ca. 7m über Grund wurde die Mini-Whip befestigt und mit einem langen Koaxkabel (ca. 50m RG58, aber dessen Dämpfung dürfte auf MW und den tropenbändern vernachlässigbar sein, zudem liefert die Mini-Whip ohnehin ein starkes Signal) ins Shack geführt. Da die Mini-Whip kapazitiv empfängt, muss sie vor allem möglichst frei stehen. Die nächsten Bäume sind über 5 Meter von ihr entfernt.
Im Shack angekommen, mussten wir feststellen, dass über die Antennenleitung ein heftiger Störpegel in den Empfänger kam. Nach einigen Versuchen stellte sich heraus, dass die Zuleitung zur DC-Weiche diese Störstrahlung direkt im Shack aufnimmt und ins Signal hinein bringt. Auch spontan über die Zuleitung gesteckte Klappferrite brachten keine Linderung, nur das Abschalten diverser digitaler Störquellen (Notebook-Schaltnetzteil, PC etc.). Schade, dass ich mein HP-Compaq-Notebook nicht über 12V betreiben kann (bei meinem uralten Gericom geht das noch, aber das hat nur einen Pentium-233 und 96 MB RAM, was für den Betrieb von SDRs viel zu schwach ist). Ich fürchte, dass selbst die von HP angebotene 12V-Stromversorgung für den Notebook-Betrieb in Auto oder Flugzeug eine Art Schaltnetzteil beinhaltet. Bisher habe ich die Ausgabe von rund 150 Franken für dieses Zubehör noch gescheut, weil ich mir vorstellen kann, dass es eine reine Störquelle für Hochfrequenz ist.
VOCM-590, CBNA-600 und Grönland auf 650 kHz kamen an diesem Abend bereits um 1825 UTC herein, natürlich tageszeitbedingt noch sehr schwach (auf der 290-Grad-Beverage).
Gegen Abend wurde das Wetter auch besser, in der Nacht wurde es sternenklar. Das merkten wir auch gleich am Empfang: Die (leichten!) knatternden Störungen der Hochspannungsleitung waren nicht mehr präsent.
Nachdem mich Kai Uwe abends immer wieder darum bat, bestimmte Frequenzen am Perseus einzustellen, drückte ich ihm einfach die Maus in die Hand und sagte: "Mach doch mal selbst!" Nach einer mehr oder weniger kurzen Einweisung kam er auch mit dessen Bedienung recht gut klar und war nach und nach immer begeisterter davon, besonders als einige Stationen von jenseits der Anden im Tropenband an diesem Abend ziemlich gut zu hören waren. O-Ton Kai Uwe: "Eigentlich müssten alle, die einen Perseus haben, nach DX 183 kommen, um das Gerät bei störungsfreien Bedingungen an guten Antennen voll nutzen zu können."
Ich selbst kümmerte mich derweil um den Neuaufbau meiner Homepage...
Gegen Mitternacht wurde klar, dass heute eine der besseren MW-Nächte werden würde. Wilhelm hörte eine ganze Menge Ostküstenstationen in guter Qualität. Ich schnitt mit dem Perseus die ganze Nacht durch mit, ging aber gegen 2 Uhr MEZ schlafen, so dass ich ihn einfach auf dem Bereich 1165...1565 kHz und auf der Kombination aus den Antennen 315°/330° durchlaufen liess.
Nach 2300 (UTC) hörte Kai Uwe (am Perseus) vier beim bisherigen Aufenthalt noch nicht gehörte LA-Stationen:
Wenn ich also irgendwann meine Perseus-Aufzeichnung abhöre, werde ich wohl aufgrund der anderen Antenne nicht alle besonderen Empfänge von Wilhelm nachvollziehen können, aber einige schöne Empfänge werden dennoch sicher dabei sein und wenn es eben nur von der Ostküste ist.
Kurz nach dem Mittag hörte ich nochmals ins Bakenband hinein, um meine CLE-Empfänge zu ergänzen. Bis 14 Uhr (Ende der in der NDB-Liste definierten "Daytime-Zeit") konnte ich noch einiges hören, v.a. mit der 360°-Antenne. So sind jetzt nur noch drei Frequenzen zwischen 320 und 420 kHz ohne einen (mittäglichen) Bakenempfang: 331, 343 und 354. Merkwürdig ist 331 kHz: Dort sollte eigentlich die sehr nahe gelegene Bake aus Thisted (26 km) senden, aber auf der Frequenz ist nicht mal die Spur eines Trägers aufzunehmen.
Anschliessend fuhr ich nach Fjerritslev ins Internet-Café. In der Zwischenzeit nahm der Perseus mal an der 65°-Antenne den oberen MW-Bereich (1180...1580 kHz) in Richtung Asien auf. Zumindest sollte er das tun. Kurz vor meiner Rückkehr stieg die Software jedoch aus und der Rechner bootete selbstständig neu. Hinzu kam, dass aufgrund verschiedener anderer (spontaner) Verbindungen am Antennenschaltbrett gar nicht die 65°-Antenne dran war, sondern irgendetwas undefinierbares. Nun gut, dann sind eben 50 GB wieder frei geworden.
Am Abend, während Kai Uwe gegen Mitternacht MEZ seine Perseus-Sucht befriedigte und zwei weitere Tropenband-Stationen empfing (4410 R. Eco (BOL) und 4700 R. San Miguel (BOL)), lötete ich einen Bausatz der Zeitschrift "Funkamateur" fertig, ein kleiner SDR, der das 6m-Bakenband beobachten lässt. Das Ding wird zwar erst im Frühjahr zum Einsatz kommen, wenn die Sporadic-E-Saison beginnt, aber Lust zum Basteln hatte ich schon jetzt, so nahm ich den Bausatz mit hierher.
Noch ein Zitat am Rande:
Kai Uwe (am Perseus das Spektrum betrachtend): "Was mache ich, wenn eine Station partout nicht senden will?"
Wilhelm: "Ich hab hier so nen Stift, ich kann dir da ne Zacke reinmalen..."
Nachts schaltete ich wieder die Kombi-Antenne 315/330° an den Perseus und nahm dieses Mal den mittleren MW-Bereich auf (930...1330 kHz). Auch dieses Mal stieg der Perseus wieder aus, jedoch erst gegen 8 Uhr MEZ. Ich fand beim Aufstehen um 10 Uhr MEZ einen neu gebooteten Rechner vor.
Die gehörten MW-Stationen waren:
Trotz viel MW-Empfang kam ich an diesem Tag gegen 13.45 MEZ auch noch dazu, meine drei noch fehlenden Baken in der Mittagszeit zu hören. Bingo.
Gegen 14.30 Uhr fuhr ich zusammen mit Kai Uwe nach Fjerritslev und lud das ergänzte Tagebuch ins Internet hoch. Anschliessend fuhren wir noch bis Lild Strand, um wenigstens ein Mal
das Meer zu sehen. Als wir zurückfahren wollten, geschah mir ein sehr unangenehmes Missgeschick. Ich übersah beim Zurückstossen ein etwa 20cm hohes Mäuerchen auf der rechten Seite
und plötzlich rumste es. Ich stieg aus und sah, dass ich mit der rechten hinteren Felge dagegen gestossen war. Nun hatte die Felge eine heftige Delle und der Reifen verlor sehr
schnell seine Luft. Zum Glück war der Untergrund da schon Asphalt und ich hatte ein Reserverad dabei (jedoch mit einem Sommerreifen drauf). In einer guten Viertelstunde war der
Reifen gewechselt. Dennoch werde ich am nächsten Arbeitstag (2.1.) direkt vor der für den Mittag geplanten Abreise in einer Werkstatt in Fjerritslev vorbeifahren müssen, um die
Sache (und vielleicht auch die Bremsen, denn da leuchtet seit ein paar Tagen die Verschleissanzeige auf, obwohl die Bremsen vor höchstens 20000 km komplett neu gemacht wurden)
checken zu lassen und evtl. den Winterreifen auf die (noch gute) Felge ummontieren zu lassen, auf der jetzt das Reserverad ist. So war die Freude über den schönen roten Abendhimmel
am Meer doch etwas getrübt.
Sonnenuntergang bei Lild Strand
Nach unserer Rückkehr gegen 17 Uhr machte Wilhelm für uns drei ein Silvesteressen. Danach lötete ich mich nochmals ein wenig, prüfte Baluns von Wilhelm mit dem Netzwerktester auf Funktionsfähigkeit, während Wilhelm und Kai Uwe (und auch ich immer wieder ein bisschen) auf diversen Sat-TV-Kanälen Neujahr in verschiedenen Ländern miterlebten. Um Mitternacht gingen wir nach draussen. Zwar gab es inzwischen sehr dichte und tiefe Bewölkung (tagsüber war nochmal strahlend blauer Himmel), aber es war gute Sicht, so sahen wir viele Feuerwerke in der Umgebung. Besonders schön war das Feuerwerk von Logstor (hinter dem Aggersund auf dem Festland, ca. 10 km entfernt).
Ich schnitt mit dem Perseus auch diverse Neujahrs-Zeitpunkte mit, z.B. von Indien und Afrika (MEZ und UTC) auf dem Tropenband, und von Russland und der Türkei auf Langwelle. Aus der Türkei kommt (da Dänemark ja seinen Langwellensender abgeschaltet hat) der Sender aus Erzurum auf 243 kHz ziemlich sauber herein.
Gegen 2.45 MEZ ging ich ins Bett und schnitt in dieser Nacht den unteren Teil der Mittelwelle mit. Es waren auf vielen Frequenzen sehr viele Stationen zu hören, oft mehrere Stationen pro Frequenz.
Die Entscheidung, das untere MW-Band aufzuzeichnen, war nicht ganz so glücklich. Wilhelm konnt auf anderen Frequenzen am Morgen zwar keine Westküste mehr hören, dafür ein paar mexikanische Stationen und ein paar andere eher seltene Fänge:
Am frühen Nachmittag machte ich noch ein paar Messungen von Wilhelms Beverages. Ich habe mir vor ein paar Wochen den Bausatz des vektoriellen Antennenanalyzers vom Funkamateur
aufgebaut, der eigentlich eher dazu gedacht ist, Amateurfunk-Sendeantennen durchzumessen und zu optimieren. Aber das Gerät eignet sich auch dazu, bei Empfangsantennen zu messen, ob
die Impedanz stimmt und auf welchen Frequenzen eine Antenne am besten angepasst ist (d.h. im Sendefalle das Stehwellenverhältnis passabel bis gut ist). Alle vermessenen Beverages
hatten am Einspeisepunkt (nach dem Balun, genauer gesagt: Unun, wo der Draht aufs Koaxkabel übergeht) auf den Mittelwellen eine wirklich gute Anpassung, mit SWRs von 1:1 bis ca.
1:1,8. Auch die Impedanz (Z) war immer zwischen 45 und schlimmstenfalls knapp über 100 Ohm (je nach Frequenz unterschiedlich). Nur die 315°-Antenne, die ein ganzes Stück durch
ein schmales Waldstück geht, hatte durchgehend ein SWR von 1:2,2 (das aber ganz sauber, mit einem ganz flachen Diagramm!).
SWR der 330°-Antenne
SWR der 315°-Antenne
Anschliessend half mir Kai Uwe, die K9AY abzubauen. Zuvor hatte ich noch Tests machen wollen, aber ausser Prasseln war nichts zu hören. An der Antenne angekommen, stellten wir fest, dass beide Drahtschleifen am Boden lagen und die obersten beiden Mastteile in den Mast hinein gefallen waren. Wahrscheinlich hat der Wind zu stark an der Antenne gezerrt.
Später stellte ich mein Baken-Log mit den exakt einhundert mittäglichen Stationen zusammen, um es an die NDB-Liste zu mailen. Auch versuchte ich einige Mitschnitte anzufertigen (aus den Perseus-Files), um sie hier online stellen zu können. Allerdings musste ich feststellen, dass es ziemlich schwierig ist, später nochmal alles "durch-zu-dxen". Es ist höchst sinnvoll, bereits während der Aufzeichnung (sofern man jedenfalls live dabei ist) zumindest einige Frequenzen und Zeiten zu notieren, von denen man später konkrete Audio-Mitschnitte machen möchte. So habe ich es erst einmal doch mit den Mitschnitten sein lassen, auch aufgrund der Tatsache, dass ich langsam aber sicher meine Geräte abbauen musste, denn am nächsten Vormittag (der eigentlich für den Abbau vorgesehen war) stand ja der ungeplante Besuch in der Autowerkstatt (wegen meines hinteren Winterreifens bzw. dessen Felge) auf dem Programm. Andererseits bin ich mir schon so gut wie sicher, dass ich bis zu den nächsten Ferien nicht dazu kommen werde, die Mitschnitte konsequent abzuhören. Ich sagte schon (scherzhaft) zu Kai Uwe, dass ich vielleicht per Internet eine Ausschreibung machen sollte: Wer mir aus den Aufnahmen alle sinnvollen Mitschnitte (alle IDs, qualitativ gute Empfänge - in Kai Uwes Worten "die volle Dröhnung aus Quillabamba" - etc.) als MP3-Datei auf CD macht, bekommt dafür die Festplatte geschenkt. Aber bei über 50 Stunden an Mitschnitten ergäbe das wohl einen Stundenlohn noch weit unter dem Lohn eines Ein-Euro-Jobs... totale Ausbeutung... und als Gewerkschafter mache ich sowas doch nicht! ;-)
Neue Mitschnitte gibt es also vorläufig nicht auf dieser Seite, aber wenigstens haben wir noch ein paar Fotos im Shack gemacht:
Wilhelm beim mittäglichen Westküsten-DX
Kai Uwe ist vom Perseus hellauf begeistert
Der Autor dieses Berichts am Perseus-Empfänger
Am Abend kamen gegen 2230 UTC schon einige Ostküstenstationen teilweise in "Armchair-Qualität" herein, z.B. schöne Country-Musik auf 780 (CFDR Dartmouth, NS) und auf 800 (VOWR St. Johns, NF). Ausserdem WEPN-1050 New Yourk (Sportgelaber, früher gab es da Country als WHN). Auch 1070 CBA Moncton, NB und andere Stationen, jedoch alles "nichts Besonderes", laut Wilhelm. Dann kam aber gegen 2320 UTC auf 555 kHz ZIZ Radio aus St. Kitts mal kurz aus dem Nichts heraus (und ging ebenso schnell wieder).
Auch beim spontanen abendlichen Hören zeigte sich wieder einmal: Auch wenn das DXen eine sehr indivuelle Tätigkeit ist und es manchmal nach einer Gefahr von Vereinsamung aussieht, wenn Leute allein mit dem Kopfhörer vor ihrem Empfänger sitzen, ist das DX-Hobby doch ein sehr soziales Hobby. Die Erlebnisse und Erfahrungen, die man macht, brauchen eine Gemeinschaft, der man sie mitteilen kann, mit der man sie teilen kann, sonst sind sie nicht einmal halb so schön.
Nach dem Packen der meisten Dinge habe ich nachts nochmal den Perseus gestartet und am Notebook dieses Mal wieder die obere MW (incl. X-Band) mitgeschnitten, wieder an der Kombi-Antenne 315/330°, denn die brachte einfach den grössten Signal-Rausch-Abstand. Bei der 345°-Beverage wäre zwar eher der Westen Nordamerikas drin, aber da war (wie eigentlich immer) ein deutlich höherer Rauschpegel drauf und nicht so schön klare Signale (an diesem Tag auch im X-Band, da glücklicherweise keine Piraten aktiv waren).
In der Nacht hat es wohl ein wenig geschneit, ohne dass der Schnee liegen geblieben wäre. Jedenfalls lagen auf der Windschutzscheibe ganz wenige Reste davon. Ich habe mich um 8.30 MEZ wecken lassen (habe zum ersten Mal seit gut 1 1/2 Wochen mal wieder den Wecker gehört) und war kurz vor 10 Uhr bei einer kleinen Tankstelle mit Autowerkstatt in Fjerritslev. Zum Glück war der Schaden nur an der Felge, so dass einfaches Ummontieren genügte (abgesehen davon, dass ich jetzt eben ohne Reservereifen nach Hause unterwegs bin). Da ich den Reifen selbst ab- und aufmontierte, konnte der Monteur mit das Ummontieren gleich machen. Kostenpunkt 200 Kronen (27 Euro).
Nach einem kurzen Aufenthalt im Internetcafé und einem Einkauf, um die restlichen Kronen zu verbraten, sind Kai Uwe und ich losgefahren. Kai Uwe nehme ich bis Aarhus mit, wo er seinen Zug nehmen kann. Sonst wäre er ab Aalborg gefahren, wohin ihn aber Wilhelm hätte bringen müssen. Ab Aarhus habe ich dann zwei MitfahrerInnen bis Neumünster bzw. Hamburg. Dort werde ich irgendwo übernachten und dann am Donnerstag mit drei MitfahrerInnen über Frankfurt nach Basel fahren.
An dieser Stelle endet (wieder einmal) vorläufig das Tagebuch. Die weiteren (voraussichtlich wenigen) Zeilen werde ich erst nach meiner Rückkehr hochladen können.