Nach eingehender Recherche fiel die Wahl auf ein Asus eee 901w, also die Windows-Version mit Intels neuer Atom-CPU, 12 GB SSD-Speicher, 1 GB RAM, einem glücklicherweise nicht-glänzenden 9-Zoll-Bildschirm (WSVGA-Auflösung: 1024x600 Pixel) und vor allem einer Spannungsversorgung von 12 V (im Gegensatz zu den älteren eee's, die mit 9,5 V versorgt werden) und einem dicken Akku mit nominell 6600 mAh. Der neuere eee 1000 kam aufgrund grösserer Abmessungen und wesentlich mehr Gewicht für mich nicht unbedingt in Frage, denn wenn ich schon eine portable Ausrüstung haben möchte (die dank 12 V auch im Auto oder gar draussen einsetzbar ist), dann bitte auch so klein wie möglich.
Die SSD-"Platte" des eee besteht aus zwei physischen Speichern mit 4 GB und 8 GB. Auf "C:" (der 4GB-Platte) sind im Auslieferungszustand noch rund 1,4 GB frei, auf "D:" (8 GB) sind es rund 6,3 GB, wobei dort auch ein paar Programme installiert sind, auf die man teilweise wohl verzichten kann (z.B. Microsaft Würks und manche Komponenten von Sun Star Office 8, das man vielleicht sowieso eher durch das schlankere OpenOffice ersetzen sollte).
Aus Bjarne Mjeldes Blog wusste ich bereits, dass der Perseus mit einem Netbook (bei ihm ein MSI Wind, baugleich mit Medion Akoya mini) laufen kann. Die Bildschirmauflösung reicht dafür gerade so aus. Wie würde nun mein Perseus mit dem eee laufen?
Um es kurz zu machen: Es läuft prima.
Die K9AY war in einer guten Viertelstunde etwa 10 Meter vom Auto entfernt aufgestellt und angeschlossen,
so konnte es losgehen.

K9AY im Abendlicht
Auf LW musste ich einen sehr hohen Rauschpegel feststellen, der erst bei etwa 500 kHz deutlich schwächer wurde.
Mein Verdacht wurde schnell bestätigt: Das Rauschen ging vom eee aus und wurde über die Spannungsversorgung
an den Perseus "weitergereicht". Zum Glück hatte ich einen kleinen Bleigel-Akku (3,4 Ah) dabei.
Mit ihm versorgte ich nun den eee und die Störungen waren verschwunden. Natürlich würde das Netbook eine
ganze Zeitlang auch mit dem eingebauten Akku laufen (es sollen angeblich bis zu 5 Stunden sein), aber schön,
dass es auch direkt mit 12 Volt geht. Nächstes Mal schliesse ich es vielleicht direkt an die Autobatterie an
(die anderen Geräte laufen auf der im Standbetrieb getrennten Zweitbatterie), das scheiterte dieses Mal nur an der
nicht vorhandenen genügend langen Leitung. Der Perseus wird mit 5V versorgt, die über einen 78S05 ebenfalls von der
Zweitbatterie des Autos kommen.

Asus eee und Perseus (der zusammen mit dem Winradio in einem Holzgehäuse untergebracht ist)
In der Abenddämmerung kamen im 120m-Band die drei Australier mit recht schönen Signalen herein. Auf MW hörte ich die üblichen Stationen, wobei die K9AY wie immer schöne Trennungen zwischen Ost-West bzw. Nord-Süd möglich machte. Es kamen allerdings keine spektakulären Stationen, also nichts mit Benin oder Korea auf 1566 (wie tags zuvor in A-DX gemeldet wurde).
Da ich v.a. den Nordamerikaempfang testen wollte, ging ich gegen 23 Uhr ins Bett und stellte den Wecker auf 6 Uhr früh. Nach dem Aufstehen (es war draussen noch dunkel) baute ich das Bett meines VW-Bus wieder zur Rücksitzbank um und die Tischplatte (die ich nachts mitsamt allen Geräten auf dem Herd abstellte) davor auf. Einige US-Stationen waren im Perseus mit ihrem Träger sichtbar und bei manchen davon auch die Modulation hörbar, besonders schön WEGP bei 1390 mit O=3. Darunter noch eine Station mit Musik, vielleicht WPLM.
Natürlich taugen die winzigen Lautsprecher im eee nicht viel, aber welcher DXer hört schon ohne Kopfhörer...? Wenn man selbigen an den eee anschliesst, geht ein Fenster des Soundkarten-Hilfsprogramms ("Realtek HD Audio Manager")auf, das fragt, ob man einen Kopfhörer angeschlossen hat? Damit kann man u.a. auch ein paar witzige Effekte einstellen (ob die bei MW-/KW-Empfang irgendetwas bringen, mag dahingestellt sein) und einen Equalizer nutzen. Interessant dabei ist aber, dass man als Aufnahme-Eingang neben dem Mikrofon auch "Stereomix" nutzen kann. Also scheint die Soundkarte duplexfähig zu sein und man sollte wohl ohne VAC das Signal vom Perseus auch an andere Anwendungen weitergeben können (habe ich noch nicht ausprobiert).
Was ich hingegen nebenbei noch getestet habe, war die Stromaufnahme des eee. Wenn der Akku voll geladen ist (und somit kein zusätzlicher Ladestrom fliesst), die Displayhelligkeit voll nach unten aufs Minimum geregelt ist (was übrigens recht hübsch aussieht, wenn sonst ausser dem Mond, den Sternen und den Häusern der nahen Ortschaft kein weiteres Licht leuchtet) und die Leistung des eee mit dem Hilfsprogramm "Super Hybrid Engine" auf "Power Saving Mode" eingestellt ist, zieht der eee nur rund 700 mA vom 12V-Akku. Etwas mehr Bildschirm-Helligkeit erhöt die Stromaufnahme auch nur unwesentlich (einige 10 mA). Da in diesem "Power Saving Mode" die Leistung der CPU wahrscheinlich stark heruntergeregelt ist, habe ich spasseshalber mal die Bandbreite im Perseus erhöht. Auch bei 800 kHz gab es keine Aussetzer. Aufnahmen habe ich jedoch nur mit 100 kHz Bandbreite gemacht, um Platz im Speicher zu sparen. Der eee wird auch bei längerem Betrieb mit 800 kHz kaum warm! Und letzteres lag sicher nicht am kühlen Herbstwetter, denn die Gas-Standheizung (und nicht das Laptop) sorgte im Auto für angenehme Umgebungstemperaturen.
Wie es mit der neuen Software läuft, werde ich in einem Nachtrag schildern.
Mit zunehmender Dämmerung wurden die störenden europäischen Sender schwächer und die US-Stationen stärker. Zu diesem Zeitpunkt fiel mir aber noch etwas anderes auf: ein störendes Geräusch in Form eines Knackens, das ungefähr im Sekundentakt kam. Jedoch war weit und breit kein Weidezaun sichtbar. Merkwürdig. So ist dieser Standort also für MW-DX nicht zu empfehlen und ich werde für meinen nächsten Portabel-Test einen anderen Ort suchen.
Die Fotos sind übrigens nur mit der Handy-Kamera aufgenommen, daher die schlechte Auflösung.
Hier noch eine Liste der Träger, die ich am Morgen kurz nach 7:00 Lokalzeit (5:00 UTC) beobachten konnte:
680 etwas Mod. 700 dto. 820 dto. 870 920 930 940 etwas Mod. 950 960 1000 1070 1090 1100 1140 1180 1190 + ca. 1189.85 1200 mit Mod. o=1-2 1230 1240 1250 1270 1280 1290 1310 1320 1330 1340 1370 mit Mod. O=1-2 1380 1390 mit Mod. O=1-3, z.T. 2 Stationen (Talk + Popmx) 1400 recht kräftig, aber zu sehr durch 1404 versplattert 1430 1450 1470 1480 etwas Mod. 1490 1500 1510 etwas Mod. 1520 etwas Mod., aber 1521 splattert manchmal kräftig, ab ca. 0530z besser "The voice of the majority" o.ä. 1560, 1557 splattert heftig 1570 etwas Mod. 1580 1600 Splatter 1602 1610 in der Mod. von 1611 1620 etwas Mod., Signal ca. -105...-100 dBm (ohne Vorverstärker), Rauschflur ca. -117...-115 dBm 1630 dto. 1650 dto., Signal um -100 dBm 1660 dto. 1670 rund um -110 1680 1690 mit Mod., O=1-2, um -100 dBm 1700 wenig Mod., -105...-100
Mit Vorverstärker liegt das Rauschen bei ca. -103 dBm, wo es ohne bei -113 liegt, also +10dB.
Ein Signal auf 1660 wird aber um ca. 15 dB verstärkt, also verbessert sich das SNR um 5 dB
(AM-Bandbreite jeweils 2,6 kHz, AGC fast bzw. off).
Zunächst habe ich mal geschaut, wie schnell der Prozessor eigentlich in den verschiedenen "Modes" läuft (via SysTray-Tool einstellbar, wie in meinem Bericht auf der Homepage geschrieben - URL siehe anderer Thread von heute Mittag).
Bei "High Performance":
Bei "Super Performance":
Bei "Power Save":
Wenn man also auf eine Aufnahme mit 1600 kHz Bandbreite verzichten (bzw. so man sie braucht diese mit einem anderen Computer durchführen) kann, spricht nichts gegen den Einsatz eines Netbooks à la Asus eee 901w mit dem Perseus.
Wenn man nur hören will und dabei keine breite Sicht auf die HF braucht, kann man sogar mit 1200 MHz "Power Save" fahren.
(ergänzt am 01.10.2008)